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AW: Hauptstadt und Schönheit |
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Geschrieben von Andreas
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Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 15:37 Uhr |
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Liebe Ruth, ich fahre doch nicht in erster Linie in die Hauptstadt, um kulinarische Erfahrungen zu machen, sondern um Familie und Freunde zu treffen. Deshalb gibt es da nicht so viel zu berichten. Aber ich war einmal vietnamesisch essen, was sehr lecker war und einmal japanisch, ebenfalls sehr gut. Bei beiden Gelegenheiten habe ich Ingwertee getrunken. Der bestand aus frischem Ingwer, frischen Pfefferminzblättern, Limettenstückchen und grobem Rohrzucker. Sehr zu empfehlen. Und was die Bequemlichkeit in Sachen Mode angeht, kann ich nur mitleidig lächeln über die, die sich deswegen herumquälen. Aber schließlich muss jeder selbst wissen, was er sich zumutet. In diesem Sinne Andreas
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Geschrieben von Ruth
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Sonntag, den 13. Juni 2010 um 13:12 Uhr |
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Lieber Andreas,
nachdem du dich ja wochenlang in Berlin rumgetrieben hast und rein gar nix
zu berichten wusstest, wohlgemerkt aus der H A U P T S T A D T!!!!!!!!!,
erzähle ich dir nun , was mir in Italien (in der Provinz) so alles begegnet
ist.
Erstens hatte ich das Glück, dass noch alle Kamelien in voller Blüte waren.
Das ist sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit, da Kamelien ja sehr früh
blühen.
Leider kam das auch durch das kalte Wetter, so dass wir am Abend kräftig den
Kamin einheizen mussten, damit wir es gemütlich hatten.
Mittags aber, kletterte das Thermometer in der Sonne locker auf 30°C. Leider
hatte ich meine Sommerklamotten nicht dabei, aber wer ahnt schon dass es nur 3 Stunden von
hier jenseits des Gotthard so ein wundervolles Wetter gibt. Wer noch nie am
Lago war, sollte das unbedingt nachholen, ach
.. Palmen, Gelati, Gran
Padano, Salume, Frizzantino
.. und dann rund um den Lago der Markt. Jeden
Tag an einem anderen Ort. Die Markthändler ziehen einfach um den ganzen See
und ich kann mich einfach nicht satt sehen, riechen und schmecken an den
vielen leckeren Sachen, die dort angeboten werden.
Zu zweit kann man ja gar nicht so viel essen und darum kann ich auch nicht
kaufen, was und so viel ich will. Da bedaure ich manchmal, dass ich nicht
meine ganze Sippe im Gepäck habe(aber nur allein deswegen!) um alle mit
diesen Köstlichkeiten zu füttern.
Was ich auch so lecker finde ist das Porcetta, ein Brötchen, in das
Schweinebraten, dünn geschnitten, Paprika und Zwiebeln eingeklemmt werden
und lauwarm gegessen wird. Ich finde das so fein. Ich würde dafür ziemlich
weit laufen
. Und das will bei mir schon was heissen.
Da überschlagen sich die Gerüche und Eindrücke, so dass ich nur staunend
(und das jedesmal wieder, obwohl ich ja schon so oft da war) durch das
Menschengewimmel schlendere, den Italienerinnen zuhöre, wenn sie die
angebotenen Waren kommentieren und dann feilschen, bis sie schliesslich
kaufen.
Wenn meine Füsse mich dann nicht mehr tragen und ich Durst bekommen habe vom
Porcetta, dann ist es ein Genuss auf den grossen Platz zu sitzen, die
Sonnenbrille auf die Nase zu schieben einen Prosecco zu bestellen und die
Leute zu beobachten.
Jedesmal stelle ich fest, die Italienerinnen sind schick, viel schicker als
die Menschen bei uns . Ich kann´s eigentlich nicht so genau fest machen,
woran es liegt, aber sie sind es.
Wieso sieht man den Leuten ihre Nationalität immer an? Da die Holländer,
die Schweizer und die Deutschen mit ihren praktischen multifunktionalen
Outdoorklamotten auf denen die bekannten Namen drauf stehen. Klar ist das
praktisch und bequem, aber eben nicht schick. Und dort die Italienerin, mit
Rock, Jäckchen, perfekt geschminkt und frisiert auf Schuhen, die toll sind
aber nicht bequem.
Manchmal ist Bequemlichkeit eben einfach hinderlich???!!!!!
Findest du das nicht auch?
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Geschrieben von Ruth
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Samstag, den 05. Juni 2010 um 13:30 Uhr |
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Kannst du dich noch erinnern Andreas, was man uns so alles beigebracht hat,
bezüglich das tut man und das tut man nicht?
Massenweise Verhaltensregeln!!!!
Viele davon ja sehr sinnvoll. Und manchmal, wenn ich unterwegs bin und
Menschen beobachte, dann denke ich oft, dem einen oder anderen könnte ein
bisschen mehr Höflichkeit oder bessere Manieren beim Essen auch nicht
schaden.
Ich weiss noch gut, wie mühevoll es gewesen ist und wie langwierig, die
Kinder Höflichkeit und Anstand zu lehren.
O.K., inzwischen bin ich vermutlich ein Dinosaurier und alles was ich mal
gelernt habe braucht es heutzutage ja nicht mehr.
Oder doch?
In der Strassenbahn auf zu stehen, wenn kein Platz mehr frei ist und ältere
Leute einsteigen, oder jemandem den Vortritt lassen, oder einfach nur
hilfsbereit und höflich sein.
Glaubst du, das ist alles Schnee von gestern?
Na ja, es kommt halt immer darauf an. Bestimmt wäre ich entsetzt, wenn
jemand für mich in der Strassenbahn auf stehen würde, weil er mich für eine
ältere Dame hält.
Genug davon
..
Worum es mir eigentlich geht, das sind die Tischmanieren. Ich hab da so ein
Büchlein über Benimmregeln aus den 50iger Jahren, also schon ein wenig neuer
als der gute alte Knigge.(Aber vermutlich immer noch recht antiquiert)
Vieles was da drinnen steht finde ich ja gut, aber wie ist das mit manchen
Sachen, die einfach so viel besser schmecken, wenn man es mit den Händen
essen könnte, wie zum Beispiel Hühnchen oder was ist mit meinem Knochen am
Kotelette und der leckeren Sauce auf dem Teller, die einfach nicht komplett
an den Nudeln hängen bleibt?
Stell dir nur mal vor, du gehst in ein tolles Restaurant und alles schmeckt
sooooo klasse und dann musst du das Beste liegen lassen, weil es sich
einfach nicht gehört mit Fingern oder Löffel zu essen?
Nein, das kann´s nicht sein und ich hab erlebt, dass es auch nicht sein
muss. In der Schwarzwaldstube in Tonbach, da wo Harald Wohlfart kocht, also
der Beste der Besten, da bekommst du einen extra Löffel, damit du auch den
letzten Rest der leckeren Sauce aufessen kannst und Fingerschalen, damit du
dir die Finger reinigen kannst, wenn es notwendig ist.
Das nenne ich ein Herz für Geniesser und dafür sollte er glatt nochmal einen
extra Stern bekommen.
Fazit (für mich alleine jedenfalls): Man kann alles machen wie es einem
gefällt. Solange es manierlich ist und sei es mit den Fingern.
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Geschrieben von Andreas
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Mittwoch, den 26. Mai 2010 um 17:04 Uhr |
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Vielleicht solltest Du Dich einmal mit einem Rharbarberstengel vor ein Blasorchester stellen, liebe Ruth? Das wirkt vielleicht auch wie eine Zitrone. Mir jedenfalls zieht sich alles zusammen, wenn ich nur an ungezuckerten Rharbarber denke. Da bleibe ich doch lieber beim Spargel. Auch wenn der nicht, wie Rharbarber, in unserem Garten wächst. Rharbarber habe ich dann lieber auf einem leckeren Kuchen - natürlich gezuckert.
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Geschrieben von Ruth
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Mittwoch, den 26. Mai 2010 um 16:04 Uhr |
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Hab ich mich nicht vor Kurzem so geärgert über die Spargelgemeinheit? Du
weisst schon Andreas, von wegen macht schlank, ist gesund usw. OHNE SAUCE!!
Auf der Suche nach gesunden Frühlingsgemüsen, die ohne Reue genossen werden
können bin ich zufällig auf ein Wundermittel gestossen. Da steht: wer
Kalorien sparen möchte, sollte Rhabarber essen
Allerdings ungezuckert.
Rhabarber hält, wie der noch kalorienärmere Spargel, was sein Aussehen
verspricht. Er ist nicht nur eine lange dünne Stange, sondern er fördert
auch Bohnenstangen.
Wer um alles in der Welt isst rohen ungezuckerten Rhabarber wie ein Rüebli?
Ich kann das nicht. Kannst du es?
Solche Ratschläge kann man doch den Hühnern füttern. Das ist ja genau so,
wie wenn jemand vor einem Blasorchester in eine Zitrone beisst und damit das
Konzert beendet.
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