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Geschrieben von Ruth
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Freitag, den 25. Juni 2010 um 15:22 Uhr |
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Kennst du den Spruch Andreas?:
5 sind geladen - 10 sind gekommen.
Giess Wasser zur Suppe - Heiss alle willkommen.
Ich jedenfalls kann davon ein endloses Lied singen. Eins davon betrifft
allein nur meine Familie.
Jeden Freitag mache ich meinen Wocheneinkauf und weil wir ja inzwischen nur
noch zu zweit sind, versuchte ich heraus zu finden wer denn am Wochenende
anwesend sein wird, damit ich mich mit dem Essen einrichten kann.
Der Unterschied von zwei zu acht oder zehn ist ja nicht gerade klein und die
verschiedenen Neigungen oder Abneigungen essensmässig sind auch nicht von
Pappe.
Es folgte der obligatorische Rundumanruf bei allen.
Frage:
Habt ihr am Wochenende schon Pläne gemacht?
Antwort:
Nein, eigentlich noch nicht.
Frage:
Kommt ihr nach Hause?
Antwort:
Vielleicht.
Frage:
Wenn ihr kommt, kommt ihr am Samstag oder am Sonntag, oder beide Tage?
Antwort:
Vielleicht am Samstag.
Frage:
Seid ihr zum Essen da?
Antwort:
Vielleicht. Was gibt es denn zu essen?
Frage:
Was hättet ihr denn gerne?
Antwort:
Das kann ich so jetzt nicht sagen, muss erst noch X (das ist der oder die
PartnerIn) fragen.
Frage:
Wann weisst du es denn?
Antwort:
Vielleicht kann ich es morgen früh sagen
.
Verstehst du was ich meine Andreas? Inzwischen bin ich dazu übergegangen
einfach nur noch zu kochen was ich will. Komischerweise stört das keinen. Es
wird alles widerspruchslos gegessen, was ich hin stelle. Und wenn es
mengenmässig knapp ist, dann koche ich einfach Spaghetti oder sonstige Pasta
als Vorspeise oder ich grille ein bisschen Gemüse im Backofen und mache mit
Olivenöl und Aceto ein Antipasti daraus.
Niemand beschwert sich, niemand meckert, alle sind zufrieden. Wenn ich
bedenke, dass ich das schon immer hätte machen können, hätte ich mir
tonnenweise Stress und ewiges Hin- und Her sparen können.
Also was hab ich daraus gelernt?
Wer viel fragt bekommt viele Antworten oder es gibt keine falschen
Antworten, sondern nur falsche Fragen.
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Obwohl ich´s besser weiss!!! |
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Geschrieben von Ruth
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Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 14:28 Uhr |
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Gott sei Dank Andreas, haben wir jetzt etwas, das sich anfühlt als wäre es
Sommer geworden. Was sagst du zu diesem Wunder?
So habe ich auch gleich meine Outdoor- Kochuntensilien heraus gekramt und
meine Küche nach draussen verlegt.
Es ist doch richtig doof, wenn alle draussen sitzen und den Sommerabend
geniessen, nur ich stehe drinnen in der Küche um das Abendessen
zuzubereiten.
Ich möchte schliesslich auch das gute Wetter geniessen .
Es braucht ja nicht viel dazu, der Grill steht sowieso draussen und für die
anderen Dinge habe ich einen kleinen 2-Plattenherd, der auf einem kleinen
Tisch steht.
So kann ich dabei sein und trotzdem gibt es was zu essen.
Ich hab kleine Kartoffeln ungeschält halbiert, Karotten geputzt und in
Stücke geschnitten, ein bisschen Butter in der Pfanne zerlassen und die
Kartoffelhälften und die Karottenstücke darin langsam gar geschmort. Ein
wenig Salz, Pfeffer und frisch geschnittene Petersilie darüber gestreut,
schmeckt das sehr fein.
Dazu einen Tomatensalat mit frischem Basilikum, was braucht man mehr?
Nur mit dem Fleisch, da hat es diesmal nicht geklappt.
Eigentlich weiss ich es ja, kaufe nie, nie fertig mariniertes Fleisch, es
schmeckt einfach nicht.
Trotzdem habe ich mich dazu hinreissen lassen welches zu kaufen. Ich war
einfach ein bisschen faul und dachte es wird schon schmecken. Hat es aber
nicht.
Erstens siehst du vor lauter Marinade nicht wie das Fleisch eigentlich
aussieht und dann ist es halt immer total überwürzt.
Dabei ist es so einfach eine leckere Marinade selber zu machen. Genug
Rezepte dafür habe ich schliesslich.
Na ja, für den Rest des Sommers bin ich wieder geheilt.
Für alle, denen es geht wie mir und denen das fertig gewürzte Fleisch auch
nicht schmeckt, sei an dieser Stelle gesagt:
Im Wochenspeiseplan unter Tipps im Monat Juni, hat es leckere einfach
herzustellende Marinaden für jeden Geschmack.
Morgen koch ich was Algerische. Ich hab eine Tajine und die stelle ich einfach
auf die glühenden Holzkohlen auf den Grill. Das geht, ich habe es letzten
Sommer ausprobiert.
Das Rezept dafür?
Das schreib ich demnächst.
Wer keine Tajine hat, kann auch einen Römertopf nehmen. Mit dem geht es
auch.
Falls du mal einen Spaziergang ins Unterdorf machst Andreas und es riecht
fein, dann bin ich das.
Du kannst gerne mit essen.
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Geschrieben von Ruth
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Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 21:03 Uhr |
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Nein Andreas, keine Angst, ich bin nicht zur Kriminalgeschichtenerzählerin
geworden. Dennoch muss ich dir unbedingt von diesem grauenhaften Ereignis
berichten, welches nicht mir selbst, sondern einer Freundin von mir
zugestossen ist.
Es war so schrecklich, dass sie es vermutlich in ihrem ganzen Leben niemals
wieder vergessen wird.
Meine Freundin arbeitet als Altenpflegerin in einem Altersheim und muss auch
des öfteren Nachtdienst machen.
Eines Nachts, alles war friedlich, die Betagten schliefen den Schlaf der
Gerechten begab sie sich auf den üblichen Rundgang durch das Haus.
Sie kontrollierte wie üblich jedes Stockwerk, schaute in die Zimmer um sich
zu überzeugen, dass alles in Ordung war.
Plötzlich hörte sie einen lauten Knall. Erschrocken wie sie war versuchte
sie heraus zu finden woher der Knall gekommen war.
Es blieb ihr nichts anderes übrig, als mutig von Zimmer zu Zimmer zu gehen,
die Türen zu öffnen, das Licht an zu schalten um zu sehen was geschehen war.
In einem der Zimmer schliesslich wurde sie fündig.
Es stockte ihr der Atem, der Schreck fuhr ihr in alle Glieder und im ersten
Moment war sie wie gelähmt. Vor ihr im Bett lag eine der Bewohnerinnen
blutüberströmt. Sie lag auf dem Rücken und rührte sich nicht.
Die Bettdecke, die Wand, ja sogar die Decke oben war voller Blut.
Meine arme Freundin wusste nun, dass etwas Schreckliches geschehen war. Der
Knall war offensichtlich ein Schuss gewesen und hier nun lag das Opfer.
Sie alarmierte sofort die Polizei und den Notarzt und kümmerte sich dann um
das Opfer.
Als sie sich zu ihr beugte um Nothilfe zu leisten öffnete die Frau die Augen
und schaute zu ihr auf. Sie lebte also noch.
Inzwischen traf die Rettungsmannschaft ein und stürmte in das Zimmer. Der
Notarzt versuchte heraus zu finden, welcher Art die Verletzungen waren
.
Konnte aber keine finden.
Die betagte Dame wurde gefragt, was ihr fehle, wo sie Schmerzen habe, aber
sie konnte sich gar nicht äussern, zu gross war der Schreck auf einmal so
viele Menschen einschliesslich uniformierter Polizisten in ihrem Zimmer zu
sehen.
Endlich wurden die Helfer stutzig.
Sie sahen genauer hin, sie berührten das Blut und endlich brach der
Notarzt in lautes Gelächter aus.
Nun sahen alle, dass auf der Bettdecke nicht nur jede Menge Blut, sondern
ebenfalls lauter Scherben waren, desgleichen auf dem Boden. Ausserdem war
das Blut sehr hell, roch ein wenig vergoren und war klebrig wie Sirup.
Liebe und fürsorgliche Angehörige hatten ihr selbst gemachten Erdbeersirup
gebracht.
Leider hatten sie beim Einkochen jedoch entweder nicht die nötige Hygiene
walten lassen oder ihn nicht lange genug erhitzt, so dass er in der
verschlossenen Flasche zu gären begann. In der Wärme des Zimmers
beschleunigte sich dieser Vorgang, bis die Flasche schliesslich explodierte
und ein ganzer Liter Sirup dick, zähflüssig und rot sich mit einem lauten
Knall im ganzen Zimmer verteilt hatte.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sich meine Freundin gefühlt hatte.
Einerseits erleichtert, dass nicht wirklich etwas Schlimmes geschehen war,
andererseits wird sie aber mindestens genau so rot geworden sein wie der
Sirup, beim Gedanken daran welchen Streich ihr ihre lebhafte Phantasie
gespielt hatte.
Jedenfalls der Mord war aufgeklärt.
Ich möchte nicht wissen, wie lange und wie oft sie sich die Witze ihrer
Kollegen wird anhören müssen in dieser Sache.
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RE: so eine gewisse Leichtigkeit |
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Geschrieben von Andreas
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Samstag, den 19. Juni 2010 um 10:21 Uhr |
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Ich habe ja nicht gesagt, dass ich wegschaue, meine liebe Ruth.
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so eine gewisse Leichtigkeit |
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Geschrieben von Ruth
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Samstag, den 19. Juni 2010 um 09:30 Uhr |
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Also ich finde, dass es sich schon lohnt sich ab und zu ein bisschen zu
quälen.
Und, mein lieber Andreas, wenn du nett hergerichtete weibliche Wesen
siehst, schaust du dann tatsächlich mitleidig weg??????
Aber, na ja, du wiederstehst ja auch nett hergerichtetem Essen??!!
Weisst du das ist halt so eine mediterrane Leichtigkeit, die sich nicht nur
im bestimmten Outfit ausdrückt, sondern eben auch in der Esskultur. Zusammen
kommen um zu reden, zu geniessen, einfach den lieben Gott einen guten Mann
sein lassen, das können die Südländer halt schon viel besser als wir.
Das Leichte ist da überall zu spüren. Auf dem Teller, bei den Klamotten,
beim Wetter und bei den Menschen.
Ein bisschen mehr davon täte dem Einen oder Anderen bei uns auch gut.
Findest du nicht auch Andreas?
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