Unverhofft kommt oft
Heute habe ich mich mit einer Arbeitskollegin unterhalten und zu ihr gesagt, ich müsste dringend meine Dezembertipps schreiben für den Wochenspeiseplan. Nur hab ich noch gar keine Idee, was es diesmal sein soll. Irgendwie hab ich keine Lust das 1285zigste Plätzchenrezept rein zu stellen und die Ideen für das Weihnachtsmenu hab ich ja schon im Speiseplan. Was also soll´s sein? Sie sagte zu mir, wie wäre es denn, wenn du was schreibst für alle diejenigen, die keine Idee haben, was sie machen sollen, wenn unverhofft Besuch kommt. Manchmal wird man ja an den Festtagen von Besuch überfallen, der sich nicht vorher angekündigt hat und was stell ich dann auf den Tisch, was mach ich dann Feines zu Essen, mal so eben? Das ist doch kein Problem, was hast du denn so alles in deinem Vorratsschrank, hab ich sie gefragt. Na ja, im Kühlfach vom Kühlschrank hab ich Kühlelemente. Im Kühlschrank selber immer Joghurt und Oliven hab ich auch und Mehl und Zucker und Kaffee. Ach ja und Weißwein, den mach ich dann mit den Kühlelementen schnell kalt. Super!!! Das sind mal Ressourcen, nicht zu verachten! - was bitte kann man damit machen. Richtig.......! Nix.
Also liebe Wochenspeiseplanbesucher, damit es euch nicht ähnlich ergeht wäre es ja vielleicht sinnvoll einmal seinen Vorratsschrank zu inspizieren und ein paar Euro in haltbare und praktische Lebensmittel zu investieren, die jederzeit zu einem tollen Gästeessen aufgepeppt werden können, oder ihr lest das nachfolgende Rezept. Ich mache mir vor Weihnachten immer einen Plan X, den ich dann aus dem Hut zaubern kann, wenn es nötig ist. Mein Universalrezept dafür ist die klassische Terrine, die mit ein bisschen Salat, mit Mixed Pickels, oder ein wenig eingemachten süßsauren Gemüsen, oder einer Sauce mit Preiselbeeren immer ein Highlight ist. Es kostet nicht viel, hält sich mindestens bis Sylvester und kann, wenn nicht für Besuch aufgebraucht, zu jeder Gelegenheit gegessen werden. Pate de foie de porc- oder volaille (hört sich doch super an und schmeckt obendrein auch noch):
250g frischen Speck, 250g mageres Schweine-oder Kalbfleisch, 500g Schweine-oder Geflügelleber in 2cm grosse Würfel schneiden. Alles mit 50g Salz, 1 TL Pastetengewürzmischung würzen. 2 Zwiebeln sehr fein schneiden.
Den Speck in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett leicht anbraten, die Leber dazu geben und ebenfalls kurz mitbraten, bis die Leber fest ist. Die klein gehackten Zwiebeln dazu geben, auch kurz mitbraten, die Pfanne vom Feuer nehmen. Mit 1 Gläschen Cognac ablöschen und den Bratensatz damit ablösen. Das Ganze auskühlen lassen. Wenn die Mischung kühl ist, mit dem Messer grob schneiden und alles durch die feine Scheibe des Fleischwolfes drehen, oder im Mixer fein pürieren.
250g Toastbrot entrinden und in Milch einweichen. Wenn das Brot gut durchweicht ist, mit 3 Eiern und einem Bund gehackter Petersilie zu der Farce geben und alles gut miteinander vermengen, so dass eine sämige Masse entsteht. In wenig kochendem Wasser eine kleine Kugel von der Farce pochieren und probieren ob genügend Gewürz zugegeben wurde, wenn nötig noch nachwürzen.
Den Boden und die Seiten einer Pastetenform mit 3 Speckstreifen ausschlagen und die Farce hinein füllen. Mit einer 4. Speckscheibe zudecken. Ein Zweig Thymian und ein Lorbeerblatt darauf legen und die Pastetenform dicht mit dem Deckel oder mit Alufolie verschließen. Den Backofen auf 170°C vorheizen und die Form in ein mit heißem Wasser gefülltes Gefäß stellen und ca. 1 Stunde backen. Wenn das Wasser verdunstet, immer wieder nachfüllen, so dass immer genügend Flüssigkeit vorhanden ist.
Mit Hilfe eines Fleischthermometers die Kerntemperatur überprüfen. Sie muss mindestens 80°C betragen, dann ist die Terrine gar. Die Form aus dem Ofen nehmen und ein Gewicht von ca. 500g auf die fertige Terrine legen. Das Pressen mit dem Gewicht ist sehr wichtig, damit die richtige Konsistenz erreicht wird, so dass die Terrine beim Schneiden nicht krümelt, aber auch nicht zu trocken wird.
Anmerkung: Das alles hört sich möglicherweise nach sehr viel Arbeit an. Ist es aber nicht. Das wichtigste dabei ist, dass das Rezept im Vorfeld genau durchgelesen wird, dann kann nichts schief gehen....... und es ist bei Weitem nicht so aufwändig wie es sich anhört. Der Arbeitsaufwand ist vergleichbar wie bei der Herstellung von Frikadellen.
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