Einheimische Früchte und Gemüse im Monat Mai
Wie kann man sie beschreiben, die Freude und die Lust, endlich frische einheimische Erdbeeren vom Kaiserstuhl, von der Reichenau oder von sonst einem Anbaugebiet in Deutschland, zum ersten Mal im Jahr zu kosten? Da Erdbeeren in den Supermärkten ja schon ganz früh angeboten werden, ist es oft sehr schwer der Versuchung zu widerstehen sich schon gleich im März auf die ersten Angebote zu stürzen. Das mach ich dann auch, bin aber doch jedes Mal enttäuscht, wenn ich nicht dieses volle süße unvergleichliche Geschmackserlebnis habe, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Also ist doch Geduld angesagt, so lange zu warten, bis schließlich in kleine Kartonschälchen verpackte, noch mit Stroh behaftete, leuchtend rote einheimische Erdbeeren den Weg in die Läden und auf die Wochenmärkte gefunden haben. Dann aber gibt es kein Halten mehr, zuerst nur einfach pur, dann vielleicht mit ein wenig Puderzucker bestreut, dann mit ein bisschen Schlagsahne und knusprigen Meringues, dann mit wenig Aceto balsamico beträufelt oder zu einem cremigen Weichkäse, im Joghurt, im Kuchen, in kleinen Mürbeteigtartelettes mit Vanillecreme, ........ eine Vielfalt ohne Ende.
Schließlich dann der Überfluß, der Versuch etwas von diesem wunderbaren Geschmack hinüber zu retten in den Winter. So lecker, frisch gebackenes Brot mit Butter und frischer!!! noch ein bisschen flüssiger Erdbeermarmelade. Was kann besser schmecken?
Darum hier für die dunkle Jahreszeit ein Rezept für eine feine Erdbeerkonfiture:
1000g schöne reife Erdbeeren, 750g Zucker, einige Orangenblütenkapseln. Erdbeeren, vorsichtig waschen, putzen und klein schneiden, in einen ausreichend großen Topf füllen und mit dem Zucker vermischen. Unter gelegentlichem Rühren, kochen, ab und zu abschäumen, bis ein Tropfen auf dem Teller stehen bleibt. Die Orangenblütenkapseln hinzufügen, die Konfiture in saubere Gläser füllen und verschließen. Die Orangenblütenkapseln geben der Erdbeerkonfiture ein ganz eigenes feines Aroma, man kann sie im Reformhaus oder in der Apotheke kaufen.
Genau so untrennbar mit dem Monat Mai verbunden, ist auch die Maibowle mit dem unverwechselbaren Geschmack von Waldmeister. Man sagt, dass zu viel Maibowle Kopfschmerzen verursachen kann, aber kommt´s jetzt von zu viel Wein oder von zu viel Waldmeister? Im Zweifelsfall bestimmt vom Waldmeister!? Ganz ungefährlich und ohne jede Nebenwirkung ist der Genuss von Brause. Könnt ihr euch noch erinnern? Früher konnte ich nie genug kriegen von dem grünen prickelnden Pulver und dann den ganzen Mund voll Schaum...,wie hieß das denn gleich noch, irgend was mit A...., Schiff, ach ja, Ahoy. (das ist keine Werbung, nur Nostalgie!!) (Und du Andreas, was hast du als Exil-Berliner für Erinnerungen an Waldmeister? Ist da nicht irgend was in der Berliner Weiße? Ich hab noch nie eine probiert, vielleicht sollte ich das mal nachholen, schmeckt das denn, Waldmeister im Bier?)
Weil manche Dinge auf die einfache Art am Besten schmecken, hier ein Rezept für eine Maibowle, nur mit Waldmeister ganz allein:
1 Bündel Waldmeister, vor der Blüte gepflückt und leicht angewelkt. 1,5l trockener Weißwein, 1 Flasche Sekt. 0,5l Wein in ein Bowlengefäß gießen und den Waldmeister an einem Faden so hineinhängen lassen, dass die Stängel draußen bleiben. Je nach gewünschter Geschmacksintensität, 15- 30 Min. ziehen lassen. Das Kraut heraus nehmen, den restlichen Wein hineingießen und mit eiskaltem Sekt auffüllen.
Alles gelb, soweit das Auge reicht. Wer auf dem Land wohnt, so wie ich, der kennt das. Ganze riesige Wiesen, voller Löwenzahn. Im Garten ärgert er mich als Unkraut und hat so zähe Wurzeln, die fast nicht raus zu bekommen sind, aber auf der Wiese.. wunderschön und sehr nützlich. Außerdem kostenlos, wo gibt’s das denn sonst? Egal ob als Gemüse oder Salat, Löwenzahn ist einfach nur lecker und gesund. In Griechenland gibt es ein Gemüse, das heißt Chorta, schmeckt ein bisschen bitter, ist aber trotzdem als Beilage zu vielen Gerichten lecker und durch die enthaltenen Bitterstoffe auch gesund. Mit Löwenzahnblättern lässt sich das auch bewerkstelligen und schmeckt fast gleich.
Hier das Rezept für Löwenzahngemüse griechisch:
Einfach die Blätter blanchieren, abtropfen, ein wenig sehr gutes Olivenöl darüber träufeln, mit Salz bestreuen und einige Spritzer Zitronensaft darüber - fertig!.
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